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Fische im SeeFische im See

Fische sind vermutlich die ersten Lebewesen, die einem auffallen, wenn man sich in die grünen Tiefen eines heimischen Sees absinken lässt. So sieht man sie normalerweise nur im Aquarium: schwimmend, fressend und manchmal auch schlafend. Aber nur wenige haben heimische Fische im Aquarium. Sie sind selten so bunt wie tropische Artgenossen, aber deshalb nicht weniger interessant oder schön.

 

Fische erkennen

Fische sind nicht unbedingt leicht zu bestimmen, besonders wenn sie unter Wasser einfach mal kurz vorbeischwimmen. Daher ist es wichtig, auf bestimmte Merkmale zu achten, insbesondere auf Flossen und Form.

Fischarten

Bachforelle (Salmo trutta)

Forellen brauchen kühles, sauerstoffreiches Gewässer, am besten Fließgewässer. Daher werden auch die Oberfläufe in den Bergen die "Forellenregion" genannt. Es gibt verschiedene Rassen der Bachforelle, die meist in den gleichen Gewässern verbleiben, aber es gibt auch Wanderformen. Die Bachforellen haben dunkle Punkte mit hellen Rändern. Sie gelten als potentiell gefährdet.

Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus)

Der fünf bis acht Zentimeter große Stichling ist unbeschuppt, trägt aber statt Schuppen Knochenplatten. Der Name kommt von den ersten dreien von der Flosse getrennten Strahlen, die zu Stacheln umfunktioniert sind, und bei Erregung aufgestellt werden. Normalerweise unauffällig braungrau, olivgrün, manchmal auch marmoriert, bekommt das Männchen während der Paarung eine auffallend rote Färbung an Kopf und Kehle. Sie fressen Wirbellose, wie Wasserinsekten, Larven, Würmer und Kleinkrebse.

Flussbarsch (Perca fluviatilis)

Am wohlsten fühlt sich  der Flussbarsch in stehenden bis langsam fließenden Gewässern. Da er Geselligkeit liebt, entdeckt man oftmals ganze Schwärme. Flussbarsche essen eigentlich alles. Je nach Größe und Angebot Plankton, Wirbellose oder andere Fische. Man kann sehr gut zwischen März und Juni den Laich beobachten, der in Bändern an Pflanzen, Wurzeln oder anderen Dingen festgemacht ist. Da er gut klebt, wird er oft von Wasservögeln verschleppt. Der Flussbarsch kann somit leicht und schnell neue Gewässer besiedeln.

Hecht (Esox lucius)

Der Hecht mit seiner markanten Kopfform lebt in fast allen Gewässern. Allerdings vermeidet er Plätze mit starker Strömung und wenig Struktur (Pflanzen, Wurzeln usw.). Zum Laichen werden Wasserpflanzen benötigt, an denen die klebrigen Eier festgemacht werden. Hechte sind regelrechte Räuber. Alles was in sein Maul hineinpasst, wird gefressen, auch wenn es die eigenen Artgenossen sind. Versteckt lauern Hechte ihrer Beute auf und legen schnelle Spurts zurück, um sie zu ergreifen. Potentiell gefährdet sind Hechte nur in strukturarmen Gewässern, wie zum Beispiel dem Mainsystem.

Groppe/Koppe (Cottus gobio)

Die Groppe zeichnet sich durch einen breiten Kopf mit großem Maul und dicken Lippen sowie immense Brustflossen aus, auf die sich der Fisch auch abstützt. Sie ist schwarz, dunkel gestreift, marmoriert oder hellgrau gefärbt - je nach Lebensraum. Die Groppe hat zwei getrennte Bauchflossen (vergleichsweise wie eine Grundel mit verwachsener Saugscheibe). Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv und sitzt meist auf dem Grund. Man findet sie in kühlem, sauerstoffreichem Gewässer und daher meist in Forellen- und Äschenregionen. Groppen fressen Insektenlarven und Kleinkrebse.

Rotfeder (Scardinius erythrophthalamus)

Die Rotfeder gehört zu den Karpfenartigen und hat eine Rückenflosse. Die Flossen sind rötlich gefärbt, insbesondere die Bauch- und die Afterflosse. Die Augen sind gelblich. Sie lebt in ruhigen bis stehenden Gewässern in pflanzenreichen Stellen und meistens in kleinen Schwärmen. Rotfedern ernähren sich von Pflanzen und Algen, aber auch von Insektenlarven und Würmern.

Schmerle (Barbatula barbatula)

Die Schmerle hat einen langgestreckten Körper mit einem spitz zulaufenden Kopf und sechs Barteln, vier auf der Oberlippe und zwei am Mundwinkel. Die Flossen sind klein und mit dunklen Punkten versehen. Die Färbung ist variabel, aber in häufigen Fällen marmoriert. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv und bevorzugt Fließgewässer sowie saubere Seen.

 

Wels (Silurus glanis)

Einen Wels erkennt man an seinem großen, breiten Kopf mit breitem Mundspalt (fast als ob er lächeln würde). Zwei lange Barteln zieren den Oberkiefer, vier den Unteren. Mit seinem über 2,30 Meter langen Körper ist er der größte Süßwasserfisch in Deutschland. Angeblich kann er hundert Jahre alt werden. Sie sind hautpsächlich nachtaktiv. Welse sind Raubfische und fressen hauptsächlich Fisch, hin und wieder aber auch Frösche, Nager und vermutlich auch ganz selten Jungtiere von Wasservögeln. Hier ist die Phantasie jedoch oft schwer von Tatsachen zu unterscheiden. Welse brauchen Versteckmöglichkeiten, also Wurzeln, Äste und Pflanzenwuchs. Da dies oftmals nicht vorkommt, ist der Wels von Besatz abhängig und in seinem natürlichen Lebensraum in Deutschland stark gefährdet.

Aal (Anguilla anguilla)

 Aale leben zwar im Süßwasser, gehören aber ins Meer, um sich fortpflanzen zu können (katadrome Fische). Es ist noch nicht ganz klar, wie und wo sie sich paaren, aber in der Saragossa See wurden weidenblattförmige Larven gefunden. Mit dem Golfstrom gelangen die kleinen in zwei bis drei Jahren nach Europa. Erst hier erlangen sie die typische Aalgestalt. Zuerst sind sie durchsichtig (Glasaale), dann werden sie pigmentiert (Steigaale) und beginnen flussaufwärts zu wandern. Aale lassen sich bei Wanderungen nicht einmal von Hindernissen aufhalten, sondern bewegen sich sogar über feuchte Wiesen vorwärts. Aale fressen anfangs hauptsächlich wirbellose Tiere und später auch andere Fische sowie Aas. Aale sind aus mehreren Gründen stark gefährdet: Der Schwimmblasenparasit Anguillicola crassus hat sich in den letzten Jahren stark vermehrt. Er zerstört die Schwimmblase vieler erwachsener Fische. Glasaale werden in zu großen Mengen gefischt, und es gibt eine Zunahme von Wanderungshindernissen. Der Aal war Fisch des Jahres 2009.

Empfohlene Literatur: 

Hauer, W. 2007. Fische, Krebse, Muscheln in heimischen Seen und Flüssen. Stocker Verlag.
Dußling, U. und Berg, R. 2001. Fische in Baden-Württemberg. Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, Stuttgart; 176 Seiten.

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