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Fische im SeeFische im See

In den einheimischen Gewässern gibt es etwa 80 verschiedene Süßwasserfischarten. Viele dieser Arten sind auf Fließgewässer beschränkt. In diesem Abschnitt sollen einige Arten und ihre Biologie kurz umrissen werden.

Auswahlkriterien waren die Häufigkeit und die Möglichkeit zur regelmäßigen Beobachtung dieser Arten durch Sporttaucher:

Hecht, Zander, Flussbarsch, Sonnenbarsch, Forellen, Aal, Rotauge und Rotfeder, Karpfen, Graskarpfen und Schleie.


Hecht

Der Hecht ist, neben dem Wels, der größte Fisch in unseren Gewässern. Dabei bevorzugt er langsam fließende und abgeschlossene stehende Gewässer. Er ist leicht an seiner torpedoförmigen Gestalt, seiner grünen Tarnfärbung mit den hellen Punkten oder Streifen und seinem typischen nach oben gebogenen "Entenschnabel" zu erkennen. Der Hecht ist ein standorttreuer "Ansitzjäger" oder "Standfisch". Er ernährt sich von Fischen, kleinen Krebsen, Wasserinsekten und Amphibien. Er wartet farblich angepasst in seinem Versteck (Röhricht, Wasserpflanzengürtel, umgestürzte Bäume, etc.) auf vorbeikommende Beute, schießt dann plötzlich aus seinem Versteck heraus und packt sie. Der Hecht laicht im Februar bis Mai. Er legt seine klebrigen Eier an Wasserpflanzen in unmittelbarer Ufernähe ab. Die 6 bis 9 Millimeter langen Jungen schlüpfen nach 10 bis 30 Tagen. Die Männchen bleiben mit maximal 1 Meter etwas kleiner als die bis zu 1,5 Meter langen Weibchen, die mit bis zu 30 Jahren bedeutend älter werden.


Zander

Der Zander ist ein langgestreckter Raubfisch mit einem großen, mit Fangzähnen besetzten Maul und zwei getrennten Rückenflossen, der ebenfalls in Deutschland eingebürgert wurde. Das endständige Maul reicht bis hinter die Augen. Zander werden bis zu 1,3 Meter lang (Durchschnitt 50 Zentimeter) und bevorzugen größere, warme Gewässer mit relativ hohem Sauerstoffgehalt und hartem Bodengrund. Jedoch kommt er auch in eutrophem Wasser vor. Der Zander jagt einzeln oder in Gruppen, außerhalb der Pflanzenbestände im freien Wasser. Seine Nahrung sind vor allem kleinere Fische, wie Rotauge, Barsch und Stint. Zander schlagen im April bis Mai flache Laichgruben auf hartem Untergrund in ca. 1 bis 5 Meter Tiefe. Als Laichplätze werden auch gern Bodenmulden unter Wurzeln oder umgestürzte Baumstämme angenommen. Das Männchen bleibt bis zum Schlüpfen der Jungfische nach ca. einer Woche beim Laich und verteidigt ihn gegen Laichräuber. Die Männchen sind etwas kleiner als gleichaltrige Weibchen und werden mit 2 bis 4 Jahren (Weibchen mit 3 bis 5 Jahren) geschlechtsreif.


Flussbarsch

Der Flussbarsch ist häufig und weit verbreitet. Er erreicht eine maximale Länge von 50 Zentimeter bei einem Gewicht von über 3 Kilogramm. Er ist leicht zu erkennen an seiner dunkelgrün-hellgrünen Querstreifung (6 bis 9 Querbinden), dem Dorn am Hinterrand seines Kiemendeckels, seinen roten Schwanz-, Brust- und Bauchflossen und seiner abspreizbaren ersten Rückenflosse, die er bei Erregung und Verteidigung steil aufrichtet. Barsche ernähren sich von Würmern, Insekten, Krebsen und anderen Fischen. Sie laichen im März bis Juni in der Uferregion, wobei sie die Eier zu filigranen bis zu einem Meter langen und mehrere Zentimeter breiten "Laichschleiern" verweben. Abhängig vom Standort sind drei Modifikationen bekannt: ein deutlich gefärbter Krautbarsch, der helle Jagdbarsch sowie eine dunkle Variante, der Tiefenbarsch.


Sonnenbarsch

Häufiger trifft man in unseren Gewässern auf die Sonnenbarsche. Ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika stammend, verbreitet sich der Sonnenbarsch immer mehr und bildet dauerhafte Bestände aus. So kommt es in einigen Stehgewässern zu regelrechten Massenvermehrungen. In diesen Gewässern wurden die einheimischen Kleinfische weitgehend verdrängt. Leicht zu erkennen ist der Sonnenbarsch sowohl an seiner scheibenförmigen Körperform als auch an dem schwarzen Punkt auf dem Kiemendeckel. Er bevorzugt Gewässer mit sandigem Grund und ernährt sich überwiegend von Krebschen und Insektenlarven.


Forellen

Die in unseren einheimischen Seen häufigsten Forellenarten sind die Bachforelle und die Regenbogenforelle, seltener trifft man auf Bachsaiblinge oder Seesaiblinge. Wie alle Lachsfische besitzen auch die Forellen eine kleine so genannte "Fettflosse", ein kleines,
durch Flossenstrahlen nicht verstärktes Anhängsel am Rücken zwischen Rücken- und Schwanzflosse. Die Mundspalte reicht bis hinter die Augen. Die einheimischen Bachforellenpopulationen sind in vielen Gebieten Deutschlands in ihrem Bestand bedroht. Flussbegradigungen, Gewässerverunreinigungen und Vernichtung von Verstecken für die Jungfische sind nur einige der dafür verantwortlichen Faktoren. Durch Besatz und Einkreuzen von außereuropäischen Zuchtfischen kommt es zu einem starken Konkurrenzdruck auf die einheimische Bachforelle. Auch gelangen Fischkrankheiten mit dem Besatz in die natürlich angestammten Lebensräume.
Die Bachforelle erreicht eine Größe von bis zu 50 Zentimeter. Ihre Färbung ist je nach Lebensraum sehr unterschiedlich. Typisch jedoch sind rote, hell umrandete Flecken auf den Körperseiten und schwarze Flecken auf der Rückenpartie. Bachforellen findet man vornehmlich in kühlen sauerstoffreichen Fließgewässern und kleinen, flachen, durchströmten Gebirgsseen, wo sie sehr standorttreu sind und ihr Revier gegen Eindringlinge verteidigen. In dieser sogenannten Forellenregion stellt sie den Leitfisch dar. Sie ernähren sich von Insektenlarven, Flohkrebsen, Würmern und Weichtieren, als erwachsene Tiere auch von Kleinfischen. Die Tiere laichen während des Winters auf kiesigem Untergrund.
Die in Europa anzutreffende Regenbogenforelle ist ein um 1880 nach Deutschland eingeführter Bastard aus verschiedenen, miteinander kreuzbaren amerikanischen Regenbogenforellen. Sie ist also keine einheimische Art. Regenbogenforellen werden größer und schwerer als Bachforellen (Länge bis 70 Zentimeter, Gewicht bis 7 Kilogramm). Sie unterscheiden sich außer in ihrer Größe durch ein rosafarbenes, schillerndes Band in Höhe der Seitenlinie sowie eine große Anzahl dunkler Flecken auf dem gesamten Körper, der Rücken- und der Schwanzflosse.
Regenbogenforellen tolerieren im Vergleich zu den Bachforellen höhere Temperaturen, niedrigere Sauerstoffgehalte und können leichter mit Kunstfutter ernährt werden. Sie eignen sich daher auch zur Teichwirtschaft und werden von Angelvereinen gern in angemieteten Gewässern ausgebracht, wo sie zum Teil mit den einheimischen Bachforellen in Nahrungs- und Raumkonkurrenz treten und diese aufgrund ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen verdrängen. Man findet Regenbogenforellen in vielen stehenden Gewässern (auch in Seen und Talsperren) und Fließgewässern in Deutschland. Regenbogenforellen werden nach 2 bis 3 Sommern geschlechtsreif und laichen abhängig vom Gewässer von Oktober bis Mai auf Kiesgrund. Nach 100 bis 150 Tagen schlüpft die Brut.


Aal

Der Europäische Aal wird ca. 40 bis 70 Zentimeter lang und ca. 300 Gramm schwer (maximal 1,5 Meter und 6 Kilogramm). Der Rücken des Aals ist dunkelbraun, dunkelgrau oderdunkelgrün. Der Bauch ist bei im Süßwasser lebenden Aalen gelblich (Gelbaal), bei geschlechtsreifen Tieren, die ins Meer wandern, silbrig weiß (Blankaal). Aale haben einen schlangenartigen Habitus. Ihre Rücken-, Schwanz- und Afterflossen sind zu einem einheitlichen Flossensaum verschmolzen. Ihre kleine Kiemenspalte liegt kurz vor der Brustflosse. Ihre Haut ist dick und schleimig mit sehr kleinen Schuppen.
Trotz nahezu hundertjähriger Forschung ist ihre Fortpflanzungsbiologie noch nicht endgültig geklärt. Nach der gegenwärtig favorisierten Hypothese wandern die geschlechtsreifen europäischen Aale die Flüsse abwärts und durch den Atlantik in das Sargasso-Meer vor der amerikanischen Küste (ca. 4.000 bis 7.000 Kilometer von ihren Süßwasserlebensräumen entfernt). Dort laichen sie vermutlich in Tiefen von 100 bis 300 Metern ab und sterben nach dem Laichakt. Die Aallarven schlüpfen und steigen zur Oberfläche auf, wo sie sich von Plankton ernähren. Mit dem Golfstrom treten sie ihre etwa dreijährige Reise von den Laichplätzen im Sargasso-Meer zurück zur Küste an, wo sie sich zu Glasaalen umwandeln und dann als Steigaale zu ihren Süßwasserbiotopen aufsteigen. Die Larven sind in dieser Zeit von etwa 7 Millimeter auf eine Länge von 65 Millimeter angewachsen. Sie bleiben 4 bis 10 Jahre im Süßwasser. Dann beginnen sie, kurz vor dem Abwandern ins Meer, ihren Körperbau zu verändern. Sie bekommen größere Augen, ihr Kopf wird spitzer, sie stellen die Nahrungsaufnahme ein und bilden den Darmkanal zurück.


Rotauge und Rotfeder

Zu den häufigsten einheimischen Arten gehören die Rotfeder und das Rotauge - auch Plötze genannt - zwei Vertreter der Weißfische. Beide sind ca. 20 bis 30 Zentimeter lang und typische Vertreter langsam fließender Flüsse und stehender Gewässer. Sie haben jeweils rote Bauch-, Brust- und Schwanzflossen sowie rote Augen.

Äußerliches Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Arten ist der Verlauf der Kiellinien zwischen Bauchflossen und Afteröffnung (sie ist beim Rotauge rund, während sie bei der Rotfeder einen scharfen Knick aufweist) und die Lage der Rückenflosse (beim Rotauge etwa in Höhe der Bauchflosse, bei der Rotfeder deutlich dahinter). Beide ernähren sich unter anderem von Schnecken, Insekten, Krebschen und Wasserpflanze. Allerdings bevorzugen die Rotfedern pflanzliche, die Rotaugen tierische Nahrung. Sie laichen im April bis Mai. Die Männchen zeigen, wie andere Süßwasserfische übrigens auch in Ablaichstimmung weißliche Pickel, den so genannten "Laichausschlag". Im Winter finden sich die Rotaugen und Rotfedern an geschützten Stellen in großer Tiefe zu großen Schwärmen zusammen. In dieser Zeit nehmen sie keine Nahrung auf.


Karpfen

Der Karpfen kommt in Deutschland sowohl in seiner Urform, dem Schuppenkarpfen, als auch in verschiedenen Zuchtformen vor, wie dem Leder-, dem Zeil- oder dem Spiegelkarpfen. Im Mittelalter wurde er von Asien nach Deutschland eingeführt. Der Karpfen besitzt zwei lange und zwei (für den Taucher kaum sichtbare) kürzere Barteln am Maul. Der Körper ist bei der Urform länglich, bei den Zuchtformen eher gedrungen. Karpfen werden häufig bis zu 60 Zentimeter lang und etwa 3 Kilogramm schwer. Große Exemplare erreichen 1 Meter bei einem Gewicht von 30 Kilogramm und einem Alter von über 40 Jahren.
Der Karpfen lebt bevorzugt in warmen stehenden Gewässern mit ausgeprägtem Pflanzenbesatz und sandigem oder schlammigem Untergrund. Er verbringt den Tag gern in Verstecken und geht in der Dämmerung und nachts auf Nahrungssuche. Der Karpfen ernährt sich von lebendem und abgestorbenem Pflanzenmaterial sowie von Kleintieren wie Insektenlarven, Kleinkrebsen und Würmern. Bei Temperaturen unter 8°C stellen sie die Nahrungsaufnahme ein, ziehen sich im Winter zu Trupps zusammen und halten in tiefen, geschützten Seebereichen Winterruhe.
Karpfen laichen in mehreren Schüben von Mai bis Juli in ruhigen, flachen, pflanzenbestandenen Uferregionen. Ihre Eier heften sie an die Wasserpflanzen. Während der Laichzeit zeigen die Männchen einen schwachen Laichausschlag auf Kopf und Brustflossen. Die Jungfische, die nach etwa 3 bis 5 Tagen schlüpfen, liegen noch einige Tage auf den Wasserpflanzen bis sie zur Oberfläche aufschwimmen, um ihre Schwimmblasen mit Luft zu füllen. Männchen werden nach 3, Weibchen nach 3 bis 4 Jahren geschlechtsreif.


Graskarpfen

Ursprünglich aus China stammend wird der Graskarpfen in Deutschland seit etwa 1965 zur "Bekämpfung" dichter und erwünschter Wasserpflanzenbestände ausgesetzt, obwohl dies verboten ist. Gewässer mit Graskarpfenbesatz gleichen in den meisten Fällen regelrecht Unterwasserwüsten. Oft macht sich das Verschwinden der Wasserpflanzen erst mit einer Verzögerung von einigen Jahren bemerkbar. Nicht nur der Pflanzenbestand wird vernichtet, sondern durch die fehlenden Brutplätze auch die einheimische Fische verdrängt. Der Graskarpfen ist lang gestreckt, besitzt einen breiten, abgeflachten Kopf. Die Schuppen
sind dunkel gesäumt. Er kann bis zu 1 Meter lang und 60 Kilogramm schwer werden. In China bewohnen die Graskarpfen als sehr wärmeliebende Fische Flüsse und Seen mit Wassertemperaturen über 20°C. Eine natürliche Vermehrung ist in Mitteleuropa aufgrund des Klimas nicht möglich.


Schleie

Die Schleie lebt in langsam fließenden Gewässern oder in Seen und Teichen mit dichtem Pflanzenbewuchs. Schlammiger Bodengrund wird bevorzugt. Hier wühlt die Schleie in der Dämmerung und Nacht nach Nahrung, hauptsächlich Schnecken, Muscheln und Insektenlarven. An den Winkeln des endständigen Mauls sitzt je ein Bartfaden. Die Schuppen sind klein. Typisch ist die olivgrüne Färbung mit einem Messingglanz.


Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung des Verlags Stephanie Naglschmid.
Dieser Inhalt steht nicht unter CC BY-NC-SA 

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Wir sind gespannt auf Eure Rückmeldungen: tauchseen-portal@vdst.de

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