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GewässertypenGewässertypen

Stehende Gewässer

Teiche, Tümpel, Weiher, Stauseen und Baggerseen sind stehende Gewässer. Ein See unterscheidet sich von einem Teich, einem Weiher und einem Tümpel durch seinen größeren Durchmesser, seine größere Tiefe (stets mehr als 3 bis 5 Meter). Und außerdem dadurch, dass sein Pflanzenbewuchs auf die Uferregion des Gewässers beschränkt ist.

Ein Teich ist im Gegensatz zu Weiher und Tümpel ein künstlich durch den Menschen angelegtes Gewässer (zum Beispiel Feuerlöschteich, Fischteich). Weiher, Teich und Tümpel stimmen aber darin überein, dass auch während der Sommermonate keine ausgeprägte Wasserschichtung aufgrund von Temperaturgradienten - wie es im See der Fall ist - auftritt und dass die Wassertemperatur an der Oberfläche und am Grund bei beiden annähernd gleich sind und kurze Kälteperioden auch im Sommer eine Durchmischung von Oberflächen- und Tiefenwasser bewirken. Eine Nährstoffverknappung während des Sommers nahe der Wasseroberfläche tritt nicht auf. Für einen Weiher ist typisch, dass sich auf ihrem Grund oft dicke Schichten verwesender Pflanzenteile ansammeln. Im Gegensatz zu Weiher und Teich trocknet ein Tümpel in regelmäßigen Abständen aus - meist während der Trockenperioden im Sommer. Daher trifft man in Tümpeln Pflanzen, Bakterien- und Tierarten, die trockenheitsresistente Dauerstadien bilden können, die in Teichen und Seen, welche normalerweise das ganze Jahr hindurch Wasser führen, häufig fehlen.

Seen sind aufgrund ihrer Lage und Charakteristika verschiedenen Typen mit spezieller Flora und Fauna zuzuordnen. Seen im Gebirge und Vorgebirge besitzen schmale, steile Ufer, sehr klares, kaltes Wasser (mit geringem Nährstoffgehalt) und große Sichtweiten. Sie sind relativ tief und auch am Ende des Sommers kalt und ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Flachlandseen zeichnen sich dagegen durch flache, breite Uferzonen, mittlere Tiefen und meist schlammigen Grund aus. Ihr Wasser ist häufig nährstoffreicher und trüber. Während der Sommermonate erwärmen sich diese Seen an der Oberfläche stark; gleichzeitig nimmt in den tieferen Wasserschichten der Sauerstoffgehalt oft deutlich ab.


Fließende Gewässer

Fließgewässer unterscheiden sich von stehenden Gewässern vor allem dadurch, dass sie eine ständige gerichtete Strömung aufweisen. Daher können sich in einem Bach oder einem kleinen Fluss keine Nährstoffe dauerhaft anreichern, auch wenn sie durch die Zuflüsse in das Hauptgewässer eingetragen werden. Der organische Stoffumsatz hat seinen Ursprung zu einem geringeren Teil in der Photosynthese im Gewässer. Die Nahrung für die Tiere wird überwiegend von außen in das Fließgewässer eingetragen (zum Beispiel durch zersetzendes Laub, Erosion nährstoffhaltiger Waldböden und durch Eintrag aus der Luft). Das Nahrungsangebot ist daher in naturnahen Fließgewässern vergleichsweise gering.

Wasserpflanzen sind im Fließgewässer - insbesondere in der Quell- und Bachregion - im Gegensatz zum See meist von untergeordneter Bedeutung. Die Tiere der schnellfließenden Regionen, vor allem die kleinen wirbellosen Organismen, leben ständig in der Gefahr, durch die Strömung in Bereiche verdriftet zu werden, in denen für sie die Lebensbedingungen weniger gut sind. Sauerstoffmangel tritt in einem unbelasteten Fließgewässer, insbesondere in den Oberläufen, praktisch nicht auf, da die mechanische Anreicherung durch die Bildung von Luftblasen beim "Dahinplätschern" einen ausreichenden Sauerstoffgehalt sichert.

Die Tiere und Pflanzen haben sich im Laufe der Evolution den besonderen Anforderungen angepasst. Ihre Körperform ist abgeflacht. Sie können Saugnäpfe besitzen, mit denen sie sich an Steinen festheften, oder sie schmiegen sich an den Untergrund, um dem Einfluss der Strömung zu entgehen. Tiere aus Fließgewässern, insbesondere Formen der schnellfließenden Oberläufe, haben meist einen höheren Sauerstoffbedarf als Tierarten der stehenden Gewässer oder Tieflandflüsse. Flussabwärts, wo die Fließgeschwindigkeit ab- und die Wassertiefe zunimmt, werden die Lebensbedingungen denen eines Sees immer ähnlicher (man spricht sogar von Fluss-Seen). Hier findet man oftmals Arten, die auch in stehenden Gewässern vorkommen.

Ein Fließgewässer gliedert sich in vier Abschnitte:

1. Die Quellregion

2. Die Zone des Gebirgsbaches

3. Die Zone des Tieflandflusses

4. Das Mündungsgebiet


Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung des Verlags Stephanie Naglschmid.
Dieser Inhalt steht nicht unter CC BY-NC-SA 

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