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Nahrungskreislauf im SeeNahrungskreislauf im See

Der Nahrungskreislauf in einem See umfasst den Aufbau organischen Materials durch die Photosynthese der Pflanzen, dessen Nutzung durch Tiere und Abbau durch Bakterien.

Die erste Stufe des Nahrungskreislaufs sind die pflanzlichen Organismen (in besonderen Fällen auch Bakterien), die Photosynthese treiben - also mit Hilfe von Sonnenenergie die anorganischen Moleküle Wasser und Kohlendioxyd in organische Stoffe (Zucker) umwandeln. Dabei wird Sauerstoff frei. Die Pflanzen des Ufersaumes und die winzigen, einzelligen Planktonalgen sind die wichtigsten Produzenten. Sie stehen am Beginn jedes Nahrungskreislaufs. Ohne sie kann es kein tierisches Leben in einem Lebensraum geben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allgemeiner Nahrungskreislauf in einem            Vereinfachter Nahrungskreislauf in einem
Ökosystem (Quelle: Xylander/Brümmer)           Süßwassersee (Quelle: Xylander/Brümmer)

An zweiter Position im Kreislauf stehen die Primärkonsumenten: kleine und größere Tiere, die sich von Pflanzen ernähren. Die oft nur 0,1 Millimeter langen Primärkonsumenten (zum Beispiel tierische Einzeller, Rädertierchen oder Planktonkrebschen, Mückenlarven, aber auch die viel größeren Muscheln und Schwämme) ernähren sich von pflanzlichen Einzellern, die sie meist aus dem Pelagial filtrieren. Die größeren Primärkonsumenten (unter anderem Insekten, Schnecken und pflanzenfressende Fische) fressen vorwiegend große Wasserpflanzen oder die Algen, die auf ihrer Oberfläche wachsen.

Die fleischfressenden Tiere stellen die weiteren Glieder dieser Konsumentenkette dar. Auch ihre Größe schwankt zwischen einem knappen Millimeter (zum Beispiel bei Hüpferlingen, räuberischen Planktonkrebschen) und mehr als zwei Metern (beim Wels, unserem größten Süßwasserfisch). Insbesondere die kleinen Fleischfresser laufen Gefahr, großen Formen als Nahrung zu dienen. Der Hüpferling frisst als Sekundärkonsument zwar den algenfiltrierenden Kleinkrebs (Primärkonsument), kann aber zum Beispiel der Gelbrandkäferlarve, diese der Jungforelle, die wiederum dem Hecht und der schließlich dem Angler als Mahlzeit dienen. Der Nahrungskreislauf im Süßwasser stellt, wie das Beispiel zeigt, auf der Stufe der Fleischfresser häufig ein komplexes Netz des Fressens und Gefressenwerdens dar.

Bakterien und Pilze sind die dritte und letzte Stufe, mit der sich der Nahrungskreislauf im See schließt: die Stufe der Destruenten oder Zersetzer. Sie bauen organisches Material wie zum Beispiel Ausscheidungsprodukte von lebenden Tieren und Pflanzen oder auch Tier- und Pflanzenleichen ab. Bei diesem Vorgang (Remineralisation) werden Nährstoffe frei, die somit wieder für den Nahrungskreislauf zur Verfügung stehen.


Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung des Verlags Stephanie Naglschmid.
Dieser Inhalt steht nicht unter CC BY-NC-SA 

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