Der , bei dem wir uns auf die Suche nach Begegnungen mit Krebsen, Fischen, Pflanzen oder kulturhistorischen Denkmälern Unterwasser begeben. Wie auch bei anderen Natursportarten kann es dabei durch die Unachtsamkeit von Sportlern zu verschiedenen Belastungen für die Gewässer und ihre Umgebung kommen, die sich negativ auf die Umwelt auswirken können. Ob man tauchen darf, ob sich ökologische Besonderheiten im oder am See befinden (Naturschutzzonen), für welchen Anfahrtsweg man sich entscheidet, muss der Taucher selbst wissen. Dies ist eine so genannte Holschuld. Das Tauchseen-Portal soll hierbei als Hilfestellung dienen. Die Informationen des Portals ermöglichen einen schnellen Überblick darüber, ob der See überhaupt zum tauchen geeignet ist, zum Beispiel für Anfänger oder Ausbildung, beziehungsweise andere Nutzungsmöglichkeiten bietet.
Um mögliche Belastungen zu vermeiden oder zu minimieren, reicht es meistens schon aus sich vor dem geplanten Tauchgang gründlich über die Anreisemöglichkeiten und örtlichen Gegebenheiten unter sowie über Wasser zu informieren. Hier gilt grundsätzlich, dass das umweltschonende Verhalten schon mit der Anreise beginnt. Aufgrund des Tauchgepäcks, einschließlich Blei und Tauchflaschen, geschieht die Anreise an unsere heimischen Seen und Gewässer fast ausnahmslos mit dem Auto. Hier haben sich Fahrgemeinschaften bewährt. Das reduziert die Anfahrtskosten, verringert den CO2-Ausstoß und macht auch viel mehr Spaß - denn Tauchen ist ein Partnersport. Vorort reduziert man dadurch gleichzeitig den Bedarf an der meist ohnehin schon limitierten Parkfläche. Eine interessante Alternative ist die Anreise mit der Bahn. Es gibt faszinierende Tauchgewässer, wie beispielsweise den sehr klaren Stechlinsee in Brandenburg, die sich bequem aus großen Entfernungen stress- und gepäckfrei mit dem Zug besuchen lassen. Hierzu bedarf es nur der Gepäckabholung und -Zustellung durch die Deutsche Bahn und den Hermes Paketshop. Das Gepäck wird bis in die Unterkunft vor Ort befördert. Lediglich die Tauchflaschen müssen an der örtlichen Tauchbasis noch ausgeliehen werden. Hier gibt es weitere Informationen von der Deutschen Bahn zu ihrem Gepäck-Service.
Am Gewässer angekommen sollten sich Sporttaucher ebenso rücksichtsvoll verhalten wie bei dem nachfolgenden Tauchgang unter Wasser. Lärm durch Kompressoren oder das Ausblasen von Ventilen sind in der Natur fehl am Platz und stören zudem auch andere Gäste am See wie Badende, Surfer oder Angler. Auch der Platzbedarf einiger Sporttaucher ist manchmal überraschend. Dem sei hinzugefügt, dass nicht jedes Ausrüstungsteil ein eigenes Handtuch auf der Liegewiese benötigt. Sollte der Platz dafür vorhanden sein, spricht nichts dagegen. Viele Gewässer, allen voran die großen und bekannten Seen, sind inzwischen sehr gut erschlossen. Abfalleimer sowie sanitäre Anlagen sind daher in vielen Uferabschnitten zu finden. Doch selbst hier schaffen es einige, ihren Müll neben den Tonnen liegen zu lassen oder sorgen für eine Geruchsbelästigung im öffentlichen Bereich. Dies führt häufig zu Problemen vor Ort. Dabei ist der Merksatz so einfach: Was man an den See mitnimmt, nimmt man auch wieder mit nach Hause! Und wer hinterlässt schon Müll und Dreck in seinem eigenen Garten?
Den Tauchanzug angezogen, den Bleigürtel umgelegt und das Jacket mit Flaschen auf dem Rücken: Es kann losgehen! Schilfbereiche und stark mit Wasserpflanzen bewachsene Bereiche sind tabu. Auch Trittschäden im Uferbereich, die durch viele Nutzer an einem See verursacht werden, können enorm sein. Wissenschaftliche Untersuchungen an Badeseen haben gezeigt, dass besonders der Uferbereich mit der nachfolgenden Flachwasserzone deutlich weniger Artenvielfalt und Organismen beherbergt als vergleichbare, ungenutzte Bereiche. Sporttaucher sollten daher immer den meist ausgeschilderten und markierten Bereich als Einstiegsstelle verwenden. Schließlich wollen ja gerade Taucher die Artenvielfalt unter Wasser erleben. An manchen Gewässern befindet sich sogar ein Steg, so dass man trockenen Fußes ins tiefere Wasser springen kann.
Nicht nur beim Einsteig kann es zu Grundkontakt durch den Taucher kommen. Auch während des Tauchganges gibt es immer wieder Situationen, die einen Taucher langsam und unbeabsichtigt herabsinken lassen. Mit einem kräftigen Atemzug und der Tarierung über die Lunge hebt er dann meistens wieder ab. Wenn nicht, dann hilft das leichte Aufblasen des Jackets. Die Beine mitsamt der Flossen sollten möglichst ruhig gehalten werden, um ein unnötiges Aufwirbeln von Schlamm zu vermeiden. Gerade in den oberen Gewässerbodenschichten befinden sich viele abgelagerte Nährstoffe. Durch das Aufwirbeln werden diese lokal freigesetzt und gehen ins Wasser über. Folgeerscheinungen sind eine langsame Eutrophierung des Gewässers und eine Abnahme der Artenvielfalt.
Einen Schlauch zur zweiten Stufe, einen langen Schlauch für den Oktopus, eine Lampe, eine Schreibtafel, eine Signalboje, ein Kompass, eine Unterwasser-Digitalkamera: Es sind schon einige Ausrüstungsgegenstände, die jeder Sporttaucher während eines Tauchganges mit sich durchs Wasser schweben lässt. Es gilt zu beachten, dass alle Gegenstände so angebracht sind, dass sie im Notfall erreichbar sind und sich nicht verselbstständigen. Allzu leicht zieht man sonst den Oktopus durch die Wasserpflanzenbestände oder sie wickeln sich um die Schreibtafel und Lampe. Wer alle Gegenstände sorgfältig am Körper verstaut, kann jederzeit kontrolliert darauf zurückgreifen und beeinträchtigt nicht ungewollt die Umwelt. In den heimischen Seen sind die oberen 15 Meter meist die interessantesten, sofern man Tiere und Pflanzen beobachten möchte. So schön es allerdings auch sein mag, zwischen den Wasserpflanzen herum zu tauchen und die darin versteckten Hechte, Karpfen und vor allem Jungfische und Krebse ausfindig zu machen, Dschungeltauchgänge sind tabu. Gerade die Wasserpflanzen im Uferbereich sind eine empfindliche Kinderstube und Laichplätze. Diese Bereiche sind wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt. Daher ist es angebracht, ausreichend Abstand zu halten.
Wie für Dschungeltauchgänge gilt auch für Nachttauchgänge, den gebotenen Abstand einzuhalten. Nachttauchgänge sollten am besten in der Dämmerung beginnen, um die später schlafenden, tagaktiven Fische nicht zu sehr zu stören. Gerade bei diesen Tauchgängen befindet man sich gewöhnlich noch näher im Pflanzengürtel und kann interessante Beobachtungen machen. Dabei mögen es die Tiere genauso wenig wie der Tauchpartner, dass man sie direkt mit einer starken Unterwasserlampe anstrahlt. Wer bei einem Nachttauchgang die Tiere ungestört beobachten möchte, der leuchtet mit seiner Lampe neben die Tiere, damit sie trotzdem noch im äußeren Lichtkegel zu sehen sind.
Dichte Tauchgänge über dem Grund können auch im Winter zu negativen Folgen insbesondere bei Fischen führen. Eine Vielzahl von Fischen reduziert in den kalten Wintermonaten ihren Stoffwechsel und geht in eine Art Winterruhe über. Viele dieser Fische graben sich dann ganz oder teilweise in den Gewässergrund ein. Werden sie dort gestört, schrecken sie auf und verbrauchen durch den Stress wertvolle Energie, die dann später nicht mehr zur Verfügung steht. Daher versteht es sich auch von selbst, dass für Eistauchgänge eine Handsäge verwendet wird, um ein Loch ins Eis zu schneiden. Motorsägen machen einen ohrenbetäubenden Lärm, der aufgrund der besseren Schallleitung unter Wasser noch um ein vielfaches stärker zu hören ist als an Land. Es ist aber auch nicht so, dass wir unsere Seen im Winter nahezu verlassen vorfinden. So haben gerade die lachsartigen Fische (zum Beispiel Forellen) in den Wintermonaten Paarungszeit und von Winterruhe kann keine Rede sein.
Tiere und Pflanzen sind unter Wasser zu Hause! Als Gäste der Unterwasser-Welt müssen sich Sporttaucher entsprechend rücksichtsvoll benehmen. Alle Tiere haben eine bestimmte Fluchtdistanz. Wird diese unterschritten, fühlen sie sich bedrängt, belästigt oder bedroht. Diese Fluchtdistanz kann innerhalb verschiedener Jahreszeiten durchaus variieren. Da wir die Tiere möglichst ungestört in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten möchten, ist der richtige Abstand immer das oberste Gebot: Lieber auf einen Schnappschuss mit der Digitalkamera verzichten, wenn die Gefahr besteht, dass andere Tiere oder Pflanzen dadurch zu Schaden kommen könnten. Es gibt auch eine ganze Reihe von verschiedenen Schwimmtechniken, die einen Kontakt vermeiden helfen. Diese lassen sich gut unter kontrollierten Bedingungen im Hallen- und Freibad üben. Wer kopfüber einen Krebs am Gewässergrund beobachtet und dabei seine Flossen ins Freiwasser streckt, begibt sich nicht in die Situation, aus Versehen Schlamm aufzuwirbeln.
Während in fast allen Hallen- und Freibädern nicht-ummantelten Bleigewichte längst verboten sind, damit die Kacheln nicht beschädigt werden, hat die Kunststoffummantelung noch weitere positive Effekte. Zum einen ist ein neongelbes Bleigewicht unter Wasser viel besser zu sehen und wiederzufinden. Noch viel wichtiger ist aber, dass sich das Blei nicht ins Wasser lösen kann. Blei ist ein stark toxisches Schwermetall und als solches kann es schwerwiegende Schäden bei Pflanzen, Tieren und auch bei Menschen verursachen. Es ist ein Kontaktgift. Daher sollten nach jedem Bleikontakt die Hände gewaschen werden. Dennoch wird allzu oft sorglos damit umgegangen. Besonders schädlich sind die in Taschen gefüllten Bleikugeln (Softblei), da sich hier durch Reibung die oxidierten und teilweise "versiegelten" oberen Schichten des Bleis abreiben und lösen. Dieser Bleiabrieb ist sogar hinter Sporttauchern im Wasser mit der entsprechenden Analytik nachweisbar. Daher sollte das eigene Bleigießen im Hinterhof oder auf dem Grillplatz sowie das nicht-ummantelte Bleistück der Tauchvergangenheit angehören.
Vielen Sporttauchern macht es nach ihrem Tauchgang besonders viel Spaß, ihren Tauchfreunden über die Internetplattform Tauchseen-Portal zu berichten, was sie gesehen und erlebt haben, welche Tiere oder Pflanzen ihnen begegnet sind und natürlich auch, ob sich etwas seit ihrem letzten Tauchgang verändert hat. Für die betauchbaren Seen stehen in diesem Portal jeweils Rückmeldeformulare zur Verfügung, die für die Berichterstattung der Beobachtungen unter Wasser genutzt werden können. Sporttaucher können somit ihre Funktion als Frühwarnsystem und Bioindikatoren unter Wasser wahrnehmen und einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten.
"Übung macht den Meister", auch unter Wasser. Selbst Sporttaucher, die schon seit vielen Jahren tauchen, können mit dem einen oder anderen Ratschlag oder Trick ihr umweltgerechtes Tauchverhalten verbessern, um dadurch noch mehr Sicherheit zu erhalten und die faszinierende Unterwasserwelt intensiver genießen zu können. Hierzu gibt es vom Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsangebot.
Der VDST hat als einer der ersten Sportverbände "Leitlinien für einen umweltverträglichen Tauchsport" erarbeitet. Mit diesen Leitlinien sind alle Taucher angehalten, ihren Natursport so auszuüben, dass in allen Lebensräumen, in denen getaucht wird, kein Schaden entsteht und Tiere, Pflanzen, geologische Formationen und archäologische Objekte erhalten bleiben. Hier können die Leitlinien des VDST nachgelesen werden. ros | ||
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