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WasserpflanzenWasserpflanzen

Welche Pflanzen leben wo?

Ein See fängt ja nicht erst im tiefen Wasser an, sondern eigentlich schon in den nassen, teilweise sumpfigen Uferbereichen. So haben sich wasserliebende und wasserabhängige Pflanzen an unterschiedliche Situationen angepasst. Pflanzen der Uferzone und der Röhrichtzone haben sich an einen Lebensraum angepasst, der mehr oder weniger oft von Wasser überschwemmt ist oder dessen Boden durchgehend relativ feucht ist. Stehendes Wasser oder große Feuchtigkeit führen zu einem geringeren Sauerstoffangebot, vor allem bei vollständiger Überschwemmung. Dies bedeutet, dass Pflanzen einige Zeit mit sehr geringem oder gar keinem Sauerstoff auskommen müssen.

Um dem Problem der geringen Sauerstoffversorgung entgegen zu wirken, haben angepasste Pflanzen ein besonderes Wurzelsystem (Herzwurzelsystem) mit luftgefülltem Gewebe (Aerenchyma), Öffnungen in der Rinde (Lentizellen) und Luftkanäle im Stamm entwickelt. Oftmals gehen sie eine Symbiose mit stickstoffbindenden Bakterien ein. Diese Anpassungen helfen den Pflanzen bei der Aufnahme von Sauerstoff und Nährstoffen und somit beim Überdauern von wasserreichen Zeiten.

In der Schwimmblattzone findet man vor allem Pflanzen, die auf dem Boden verwurzelt sind, mehr oder weniger lange, elastische Stängel haben und deren Blätter und Blüten auf der Wasseroberfläche schwimmen (z. B. Seerosen). Diese Pflanzen haben sich an ihren ständig nassen Lebensraum angepasst, indem sich die Spaltöffnungen (Stomata) an der Blattoberseite, und nicht wie bei den Landpflanzen an der Unterseite befinden. Über luftgefüllte Röhren erfolgt dann der Gasaustausch mit den untergetauchten Pflanzenteilen und den Rhizomen.

In der Tauchblattzone sind die meisten Pflanzenteile also auch die Blätter unter Wasser. Diese Pflanzen besitzen weder eine Pflanzenhaut (Kutikula) noch Spaltöffnungen. Die Aufnahme von Nährstoffen und der Austausch von Gasen erfolgt über die gesamte Oberfläche. Der bei der Photosynthese entstehende Sauerstoff wird bei manchen Pflanzen (z. B. Laichkraut) in speziellem Luftgewebe gespeichert und nachts zur Zellatmung verwendet. Diese Hohlräume verhindern auch ein Vorkommen in Tiefen unterhalb von acht Metern, da dort der Druck zu groß wird.

Pflanzen in der Schwimmblattzone

Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)

Die Gelbe Teichrose ist leicht an ihren dottergelben Blüten und großen, herzblattförmigen Schwimmblättern zu erkennen. Diese befinden sich über der Wasseroberfläche. Neben den Schwimmblättern hat sie auch kleinere eher unscheinbare Unterwasserblätter. Sie kommt bis zu einer Wassertiefe von drei Metern vor und ist in nährstoffreicherem Gewässer zu finden.

 

 Gauchheil-Ehrenpreis (Veronica anagallis-aquatica)

Der Ehrenpreis, eher bekannt als Bach- und Schilfpflanze, kann unter Wasser Massenbestände entwickeln. Er wird 30 bis 60 Zentimeter hoch, und die Blätter stehen sich genau gegenüber. Besonders auffällig die rötlich-violette bis gelb-grüne Färbung der Unterwasserform. Der Ehrenpreis bevorzugt nährstoffarme (oligo- bis mesotrophe) Gewässer.

 

 

 Pflanzen in der Tauchblattzone

Armleuchteralgen (Chara sp.), Raues Hornblatt (Ceratophyllum demersum), Wasserschlauch (Utricularia australis)

Empfohlene Literatur: 

Humberg, B. & Beck, M. 2004. Makrophyten in Baggerseen der Oberrheinebene. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Bd. 87, 73 Seiten.
Humberg, B. 1994. Unterwasserführer Europäische Binnengewässer. Verlag Stephanie Nagelschmid, Stuttgart, 198 Seiten.

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